Wer seinen Job verloren hat, muss nun mit einer völlig neuen Situation klar kommen. Bisher hatte man sein Leben selbst im Griff, war finanziell unabhängig und hatte (fast) den ganzen Tag etwas zu tun. Und nun verliert man von jetzt auf gleich seine Arbeit und sein Einkommen. Ist noch eine ganze Familie von diesem Einkommen abhängig, ist es noch viel schwieriger. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Verlust des Arbeitsplatzes selbst verschuldet war oder (wie in den meisten Fällen) nicht.

Man steht nun da und geht eines Tages nicht mehr zur Arbeit. Der erste Weg, nachdem man von der Kündigung erfahren hat (oder sie selbst eingereicht hat) ist der Weg zur Agentur für Arbeit. Die Mitarbeiter dort fühlen sich als “Dienstleister” und nennen einen selbst dann “Kunden” der nicht wie früher “arbeitlos” sondern “arbeitssuchend” ist. Das fand ich bei meinem ersten Besuch sehr lustig.

Die Meldung beim Sachbearbeiter das man “arbeitssuchend” ist, war zwar einfach aber langwierig. Massenhaft Daten wurden aufgenommen, wobei ich mich frage, wozu das sinnvoll ist, wenn man sich letztendlich nicht bei der Arbeitsagentur bewirbt. Alleine die Aufnahme der Daten hat mindestens 30 Minuten in Anspruch genommen. Dann wurde gefragt, ob noch Ansprüche gegen den alten Arbeitgeber bestehen. Das weiß ich doch nicht. Bin ja kein Anwalt. Dann wurde mir erklärt, welche Stationen ich jetzt ablaufen müßte um Arbeitslosengeld zu bekommen. Allerdings habe ich bei der (gerne mal tauben und blinden) Leistungsabteilung mit viel Diskussion zu rechnen, denn ich hatte selbst gekündigt wegen Mobbing und mir drohe eine Sperrfrist. Das heißt also, dass weil ich gemobbt habe und daraufhin gekündigt habe, kann ich unter Umständen kein Arbeitslosengeld bekommen. Er sprach von 3 Monaten. Das finde ich ungerecht. Ich habe mehr als 10 Jahre in die Arbeitslosversicherung eingezahlt und dann so eine Aussage. Ich fühle mich von der Arbeitsagentur allein gelassen. Habe mir schon Rat bei einer Rechtsberatung eingeholt. Etwas Hoffnung machte man mir, aber es sei immer eine Einzelfallentscheidung und hänge auch stark vom Bearbeiter der Leistungsabteilung ab. Der Termin steht in Kürze an, ich weiß aber nicht wie ich mich verhalten soll.

Gibt es vielleicht von euch Tipps? Was sollte man noch beachten? Ich habe nicht mehr vor als Angestellte zu arbeiten und möchte gerne einen Laden eröffnen. Wie wird die Arbeitsagentur wohl auf den Plan zur Selbständigkeit reagieren? Ich werde den Sachbearbeiter beim nächsten Besuch darauf ansprechen.

Weiterer Blog: http://rechthaben.blogetery.com/